Posts Tagged ‘St. Goar’

Der Landgasthof Rebstock öffnet wieder

// Oktober 16th, 2008 // No Comments » // Welterbe

Es ist wohl eines der traditionsreichsten Landgasthäuser im Unesco-Welterbe Mittelrhein. Der Landgasthof Rebstock in St. Goar-Biebernheim steht für sehr gute Landhausküche und regionale Wildspezialitäten. Leider mußte der Rebstock vor knapp zwei Jahren seine Türen schließen. Der damalige Besitzer Dieter Heinen ist – viel zu früh -  verstorben und an eine Weiterführung des Restaurants war ohne den Metzgermeister und Koch nicht zu denken.

Nun ist es aber an Zeit, die Tradition zu wahren und einen neuen Schritt in die Zukunft zu wagen. Dies denken sich die Familien Goedert und Prang, die den Landgasthof vor ein paar Wochen übernommen haben. Auch bei ihnen steht die saisonale Landhausküche mit Besonderheiten aus der Region Rhein-Hunsrück im Vordergrund. Um dem Namen “Rebstock” alle Ehre zu bereiten, haben sie sich bei der Weinkarte für ausgesuchte Winzer vom Mittelrhein entschieden.

Die Familie Goedert hat mit Hermys Garden am Rheinufer in St. Goar bereits einschlägige Erfahrungen mit der Gastronomie. Der Biergarten von Hermy Goedert hat sich auch für mich zur besten Anlaufstelle im sonst spärlichen Biergarten-Angebot am Mittelrhein entwickelt.

Ab dem 19. Oktober startet das neue Lebensprojekt “Mein neues Restaurant” für die Familien Goedert und Prang. Mit einem Tag der offenen Tür für alle Interessierten starten sie von 11 – 18 Uhr mit Live-Musik in einen neuen Lebensabschnitt. Das Schloss-Team wünscht den Neueinsteigern alles Gute und viel Erfolg. Die Unterstützung vom Schlosshotel ist ihnen sicher!

Rhein in Flammen von Oberwesel nach St. Goar

// September 23rd, 2008 // No Comments » // Veranstaltungen

Nun liegen wieder zwei Wochen voller Feuerwerk und Pyro-Spektakel hinter dem Loreleytal. Nach Oberwesel hat nun auch St. Goar sein “Rhein in Flammen” erlebt. Über 40 hell beleuchtete Schiffe versammelten sich im Rhein zwischen St. Goar und St. Goarshausen und es folgte eine ca. 45minütige “Orgie der Feuerkunst”. Abgeschossen in perfekter Harmonie zwischen den Burgen Rheinfels und Katz, sowie von der Mitte des Rheins. An den Ufern wurde voller Wein- und Bierseligkeit gefeiert.

War da was? Oder ist “vor” Rhein in Flammen auch “nach” Rhein in Flammen?

Keine Zweifel, das Feuerwerk zwischen den Rheinhöhen zählt zu den absoluten Höhepunkten am Rhein. In seiner Pracht braucht es sich hinter den berühmten Kölner “Lichter”-Feuerwerken nicht verstecken. Zumal die St. Goarer schon Feuerwerke veranstaltet haben, als andere Rheindörfer noch nicht mal an Weinfeste gedacht haben.

Die größte Gefahr besteht manchmal für diese Art von Veranstaltungen, wenn sie zur “Geißel ihrer selbst” werden.  Sie können in die Problematik rutschen, zwischen zwei Stühlen zu sitzen. Auf der einen Seite das Motto “never change a running system”. Aber andererseits ist es wie bei einem kleinen Kind, das im ersten Jahr von einer Rassel begeistert ist und mit drei Jahren merkt, dass es in der Welt noch mehr Spielzeug gibt.

Auch der Konsum von Festen hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Die Erwartungshaltung orientiert sich immer stärker an die perfekt inszenerten Events der Medienwelt, die eine klare Geschichte erzählen. (Als kleine Leselektüre hat mir dieses Vorlesungsskript der Uni Kiel zum Thema Events im Sport sehr geholfen – .pdf-datei.)

Was natürlich alles nicht gegen Rhein in Flammen in St. Goar spricht. Mit der Sagenwelt der Loreley und der einzigartigen Lage, ist es der perfekte Ort für eine Inszenierung. Wenn es den geschieht …

Bis dahin geniesse ich noch ein wenig das Feuerwerk. In dem Fall ein wunderschönes Video von Rhein in Flammen aus Oberwesel (Danke an youtube-Nutzer tompharm)

httpv://de.youtube.com/watch?v=8Ij2m31YZNA

Impressionen zu Rhein in Flammen

// Juli 2nd, 2008 // No Comments » // Welterbe

Rhein in Flammen ist zweifelsfrei der Höhepunkt des Jahres in St. Goar. Von den mittlerweile sieben unterschiedlichen Feuerwerk-Festivals am Rhein zwischen Köln und Bingen, zählt das Feuerspektakel an der Loreley zu den herausragenden Festen. Ein wunderschönes Video vom letztjährigen Event habe ich gerade bei youtube entdeckt. Auch mit der passenden Musik untermalt.

[youtube]http://de.youtube.com/watch?v=cnxFWYzU2yw[/youtube]

Das Fest der fliegenden Brücke

// März 22nd, 2008 // No Comments » // Historie, Welterbe

“Eier los” – schallt es zu Ostern durch das Rheintal. Am Ostermontag findet in St. Goar und St. Goarshausen das traditionelle Fest der fliegenden Brücke statt. Was sich zuerst anhört wie ein Statement zur aktuellen Diskussion, ob im Rheintal eine Brücke sinnvoll ist oder nicht, entpuppt sich aber als Fest mit einem großen historischem Hintergrund.
Nach altem Brauchtum kann man am Ostermontag die Fährüberfahrt mit einem Osterei “bezahlen”.

Bei regionalgeschichte.net findet sich folgender historischer Hintergrund:

“Zur Zeit der „Fliegenden Brücke“ (Rheinfähre) soll das Übersetzen zum anderen Rheinufer für Einheimische kostenlos gewesen sein. Dafür dankten die Bürger dem Fährmann zu Ostern mit Ostereiern. Spätestens seit dem Jahr 1532 (Erwähnung des Fährtyps) hatten die Landgrafen von Hessen, die nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen im Jahr 1479 das katzenenbogische Erbe in den beiden gemeinden angetreten hatten, eine Fährverbindung eingerichtet. Die „Fliegende Brücke“ bestand aus zwei großen Nachen, die wie eine Katamaran zu einer einzigen Plattform verbunden war. Diese Fähre wurde an einer Kette in der Strommitte verankert. Die Wasserströmung trieb die Fähre, je nach Stellung der Ruder, zum gegenüberliegenden Ufer. Der Name „Fliegende Brücke“ entstand, weil die Fähre den Fluss mit beachtlicher Geschwindigkeit überwandt. Ähnliche fliegende Brücken gab es auch in anderen Gemeinden, so etwa in Mannheim, Koblenz und Köln. Die fliegende Brücke in St. Goar hatte für die Versorgung der mächtigen Festung Rheinfels aus dem hessischen Hinterland eine beachtliche Bedeutung. So standen wohl weniger wirtschaftliche, als vielmehr militärische Gründe bei der Einrichtung der Fährverbindung im Vordergrund. Außerdem wollten die Landgrafen repräsentieren und schmückten die fliegende Brücke besonders prächtig aus. Die Stadt und die Bürger von St. Goar mussten Hand- und Spanndienste leisten und durften dafür die fliegende Brücke kostenlos benutzen. Als Dank für den Fährmann brachte man diesem zu Ostern Eier.”