// September 6th, 2008 // 3 Comments » // Schlossgeschichten
Eigentlich vermelde ich im Schloss-Blog immer positive und schöne Neuigkeiten aus dem Schloss Rheinfels. In diesem Fall mache ich aber auf ein zweifelhaftes Geschäftsgebaren aufmerksam, dass auch für andere Hotels als Hinweis gelten soll.
Betrugsversuche gehören ja im Internet leider schon zum festen Bestandteil, der sonst so vorteilhaften neuen Medien. In diesem Fall ist geht es um Domain Grabbing, bzw. das Vortäuschen falscher Tatsachen, um ein Produkt zu Mondpreisen zu verkaufen.
Aber der Reihe nach …
Letzte Woche erhielt ich bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Anruf von einer sogenannten Domain Registrierungs-Firma. Nennen wir sie einfach “Firma XY”. Ich erspare mir den echten Namen, da dieser Beitrag exemplarisch für eine gesamte “Branche” steht. Detailinfos gebe ich gern persönlich.
Der Verkäufer Herr M. der Registrierungsfirma XY teilt mir mit, dass eine Privatperson einen Antrag bei seiner Firma gestellt hat, Domains mit dem Namen “Schloss Rheinfels” zu registrieren. Und zwar Domains, die noch nicht im Besitz vom Romantik Hotel Schloss Rheinfels sind. Als “aufmerksamer Verkäufer” der Agentur, bietet Herr X uns nun diese Domains zum Verkauf an. Er möchte vermeiden, dass die Domains in falsche Hände geraten.
Nun ist mir dieses zweifelhafte Geschäftmodell dank zahlreicher Beiträge im Internet bereits bekannt. Ich entschließe mich, das “Spielchen” mit zu spielen. Voller Freude danke ich dem Verkäufer Herrn X für so viel altruistische Größzügigkeit und spreche meinen Respekt aus, dass es noch Firmen gibt, die es gut meinen und nicht auf schnellen Profit aus sind!
Herr X bietet mir an, den Antrag der “bösen Privatperson” abzulehen. Im Gegenzug werden die Domains für das Schloss Rheinfels registriert. Als “Sonderangebot” nennt mir Herr X den “nahezu lächerlichen” Betrag von € 25,- pro Domain und einer Bearbeitungsgebühr von € 189,-.
Ich danke Herrn X noch einmal im Namen der gesamten Belegschaft und bitte ihn, um die schriftliche Ausführung seines Angebotes. Der fertige Vertrag kommt postwendend per Fax.
Anschließend mache ich den Test, um diesen Betrugsversuch zu bestätigen. Bei dem Internetprovider vom Schloss Rheinfels (in diesem Fall die domainfactory) reserviere ich die besagten Domains für den marktüblichen Preis von € 6,- pro Jahr. Ohne Bearbeitungsgebühr!
Und siehe da! Eine Registrierung ist problemlos möglich. Hätte es wirklich den “bösen Privatmann” gegeben, der diese Domains bei der Firma XY beantragt, hätte ich diese Domains nicht registrieren können.
Der darauffolgende Rückruf zu Herrn M. mit dem Hinweis, dass wir die Domains problemlos registrieren konnten, wird dann sehr verärgert aufgenommen. Es folgt eine kleinlaute Bemerkung über angebliche technische Defekte. Sonst wäre das natürlich nicht möglich gewesen ist! Mein dezenter Hinweis auf betrügerisches Geschäftsgebaren von Herrn M. wird süffisant übergangen.
Unterm Strich bleibt eine schale Erkenntnis. Im Fall des Romantik Hotels ist es zu keinem Geschäftsabschluß gekommen. Das Telefon klingelt aber bestimmt schon beim nächsten Opfer …
Ähnliche Erlebnisse von Betroffenen sind hier, hier, hier, hier und hier dokumentiert.
Also liebe Hoteliers dieser Welt, wenn bei Ihnen eine Firma mit dieser Vorgehensweise anruft, wünschen Sie Ihnen das Beste der Welt … – und legen einfach auf!