Ein Denkmal für die Loreley
// April 12th, 2008 // Welterbe
Passend zum Wochenende habe ich im Spiegel-Archiv eine kleine Anekdote über die Loreley “ausgegraben”. Knapp 40 Jahre ist die Diskussion nun alt. Und manchmal soll man sich ja zurücklehnen und auf das Bestehende schauen, um die Ironie des Alltagsgeschäftes zu verstehen.
Im Jahre 1970 veranstaltet der Fremdenverkehrsverein St. Goarshausen ein Standbild-Preisausschreiben für die Loreley, an dem sich jedermann beteiligen kann. Die originellsten Ideen sollen mit 1000, 500 und 250 Mark prämiiert werden. Damals sollte die Dame, die der Mär nach manchen Rheinschiffer durch ihren betörenden Gesang im deutschen Schicksalsstrom zu Tode kommen ließ, ein Denkmal bekommen. Und wie das so bekannt ist, bei Denkmals-Diskussionen, erzündeten sich auch hier die Geister an der Ausschreibung. Die Hamburger “Welt” etwa nannte das geplante Denkmal bereits “eine grausame Vergewaltigung der Nixe”. Die “Süddeutsche Zeitung” schrieb: “Eine Loreley bei der Abendtoilette — danke, nein.” Doch ob einfach oder aufwendig dargestellt — keusch soll das Mädel vom Rhein auf jeden Fall sein. Denn, so schrieb Lotte Claus aus Berlin, immerhin habe die Loreley “noch zu der Generation Frauen” gehört, die sich nicht “in aller Öffentlichkeit ihre Haare kämmte”. Nach Ansicht der Essenerin Felicitas Goebels dürfe die Standbild-Loreley auch keinesfalls “so ein Nackedel-Fräulein” werden. Lesen Sie hier die gesamte Posse aus dem Spiegel-Artikel vom 11. Mai 1970


