Deutschlands elektrosmogfreies Hotel Nr.1

// Februar 4th, 2006 // Schlossgeschichten

Das Romantikhotel Schloss Rheinfels ist das erste elektrosmogfreie Hotel Deutschlands. Die Fachzeitschrift für die Hotellerie und Tourismus “hotel+tourismus revue” widmet in der Ausgabe Nr.3 vom 19.Januar 2006 dem Thema “Elektrosmogreduzierung” eine komplette Seite.
“Eine mögliche Marktnische für Hotels. In Deutschland wird Ende Januar das erste elektrosmogfreie Hotel offiziell mit dem Sensotel-Label ausgezeichnet: das Romantikhotel Schloss Rheinfels in St. Goar. Geplant ist in diesem Jahr zudem eine länderübergreifende Kooperation elektrosmogfreier Hotels. Lesen Sie den gesamten Artikel über die elektrosmogreduzierten Maßnahmen im Romantikhotel am Rhein:


“Immer mehr Menschen reagieren auf Elektrosmog, immer mehr Studien beweisen dessen schädliche Einflüsse (vgl. Box). Ende Januar zeichnet die deutsche Unternehmensberatung für Elektrobiologie, Innosenso offiziell das erste «Sensotel» Deutschlands aus: Das 4-Sterne-Haus Romantikhotel Schloss Rheinfels in St. Goar am Rhein (siehe Artikel unten). Das Label Sensotel wird an elektrosmogfreie oder -reduzierte Hotels verliehen die die entsprechenden Abschirmungs-Kriterien erfüllen.

Mit Hilfe von Innosenso hat der Besitzer des «Schloss Rheinfels» Gerd Ripp, 2004 einen komplett elektrosmogfreien Neubau realisiert. «Das brachte uns auf die Idee dieses Label zu lancieren» so Regine Schienbein von Innosenso. Ripp hat inzwischen auch die «Weisse Villa» wo Tagungen durchgeführt werden gegen Elektrosmog abschirmen lassen und zurzeit würden gerade die letzten Hotelzimmer und die Arbeitsplätze des Personals abgeschirmt.

Vier weitere deutsche Hotels bemühen sich um das Sensotel-Label: Das Silencehotel Landhotel Jammertal in Dattels-Ahsen das Berghotel Astenkrone in Winterberg-Altastenberg, das Hotel Meerlust in Ostseebad Zingst und das Bio- und Wellnesshotel Eggensberger in Füssen/Hopfen am See.

Eine Kooperation soll noch dieses Jahr erfolgen

Sind mindestens fünf Hotels ausgezeichnet, soll die Sensotel-Kooperation lanciert werden. Das werde dieses Jahr sein, sagt Regine Schienbein. «Wir hoffen auf viele Hotels auch aus der Schweiz und Österreich.» Aufgenommen werden Hotels, die die Sensotel Kriterien erfüllen. In Planung sei zudem von offizieller Seite her, vom TÜV ein Gütesiegel im Bereich Qualitätsmanagement, das den Bereich Elektrosmog-Abschirmung miteinbezieht.

Der erste Schritt in Richtung eines elektrosmogfreien Hotelzimmers ist neben einer grundlegenden Messung und Analyse der elektrobiologischen Störfelder oft auch der Einbau eines Netzfreischalters um den Gästen einen erholsamen Schlaf zu ermöglichen.

Der Netzfreischalter sorgt dafür, dass kein Strom mehr fließt alle Lampen und Geräte ausgeschaltet sind. Eine Sanierung des ganzen Zimmers ist meist aufwändig: Spezialfarben, Kupfergewebe für Wände Decken und Böden sowie Vorhänge mit einem Kupferfaden werden eingesetzt. Regine Schienbein schätzt die Kosten für Beratung und Netzfreischalter auf ca. 250 Euro pro Zimmer. «Aber damit ist ein Zimmer noch nicht elektrosmogfrei.»

Sie rät bei anstehenden Renovationen die Möglichkeit einer Abschirmung rechtzeitig zu prüfen.
Auch im Tagungsbereich lassen sich elektrobiologische Störquellen eliminieren oder reduzieren. Intelligente Abschirmkonzepte lassen auch den punktuellen Einsatz von WLAN zu. «Wir stellen das Ding nachts einfach ab» erklärt Regine Schienbein. Wenn der Hotelier auf den gesunden Schlaf verweise, der mit dem Ausschalten ermöglicht werde, zeigten die Gäste Verständnis.

Elektrosmog: Studien zeigen die Auswirkungen auf die Gesundheit

Die Auswirkungen, die Elektrosmog auf die Gesundheit der Menschen (sowie Tiere und Pflanzen) haben kann, ist erschreckend. Von Schlafstörungen angefangen über Hormonstörungen, Unfruchtbarkeit bis zu Krebs. «Neuste Studien auf Zellebene zeigen gentoxische Wirkung von hochfrequentierten nichtionisierenden Strahlen (NIS)», schreiben beispielsweise die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (Aefu) auf ihrer Internetplattform (wwvr.aefu.ch).

NIS werden von Anlagen und Geräten der drahtlosen Telekommunikation der Stromversorgung, Mikrowellenherde und so weiter verursacht. Eine immer bedeutendere Stellung nimmt dabei der Mobilfunk ein. NIS zählen im schweizerischen Umweltschutzgesetz «zu den schädlichsten oder lästigsten Einwirkungen, vor denen der Mensch, Tiere und Pflanzen zu schützen sind», schreibt die Aefu.

Dass Handys bei Personen, die länger telefonieren, gesundheitsschädigend sind, ist wohl unbestritten. So sind gerade Kinder und Jugendliche besonders gefährdet. Und doch werden immer stärkere Handy-Antennen aufgestellt. Die neuen UMTS-Antennen, die multimediale Informationsübertragung ermöglichen, haben eine massiv höhere Datenübertragungsrate. Die Aefu und die Verbindung der Schweizer Ärzte (FMH) fordern ein Moratorium für die Einführung der UMTS-Technologie. Diese Forderung stütze sich auf beunruhigende Forschungsergebnisse aus Holland.

«Immer mehr Erkenntnisse aus der Wissenschaft und Erfahrungen aus der Praxis erhärten den Verdacht auf gesundheitsschädigende Auswirkungen von Mobilfunk unterhalb der gängigen Grenzwerte», so Aefu. In Deutschland äußerten seit 2002 in zunehmender Zahl Ärzte den Verdacht, hochfrequentierte elektromagnetische Strahlung, ausgehend von Mobilfunksendern, Dect-Schnurlostelefonen und Funknetzwerken (WLAN unterhalb der gängigen Grenzwerte sei gesundheitsschädigend.
Interview mit Gerd Ripp:

Gerd Ripp, Besitzer des Tagungs- und Wellnesshotels Schloss Rheinfels in St. Goar (D), hat in seinem Romantikhotel und den dazugehörenden Gebäuden den Elektrosmog eliminiert oder reduziert. Er ist überzeugt, damit ein erfolgreiches Nischenprodukt zu haben.

Sie haben Ihren Neubau in dem Sie Bankette durchfuhren 2004 elektrosmogfrei gemacht. Was hat Sie auf diese Idee gebracht?

Wir machen uns immer wieder Gedanken zu den Bedürfnissen unserer Gäste. Gesundheit ist ein aktuelles und trendiges Thema, das sehr zukunftsgerichtet ist. Alle reden von WLAN damit verbunden sind aber Strahlenbelastungen, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Zudem steht 6 Kilometer von unserem Hotel entfernt ein Sendemast, der, so vermutete ich, unser und unserer Gäste Wohlbefinden beeinflussen könnte. Wir ließen das Hotel dann ausmessen und haben gesehen wie stark die Messgeräte ausgeschlagen haben

Wie reagieren die Gäste auf die elektrosmogfreien Räume?

Die Reaktionen sind durchwegs positiv. Die meisten sagen mir, sie hätten sehr gut geschlafen. Nun ist das natürlich nicht nachweisbar, ob das mit dem elektrosmogfreien Zimmer zu tun hat. doch die Gäste freuen sich generell dass wir uns über die Auswirkungen von Elektrosmog Gedanken gemacht und etwas unternommen haben.

In welchen Bereichen haben Sie Konzessionen machen müssen?

Nur im Bereich WLAN. Wir haben es jetzt so gelöst, dass in der elektrosmogfreien «Weißen Villa» wo getagt wird nur in einem bestimmten Raum mit WLAN gearbeitet werden kann. Die Gäste akzeptieren das.

Wie vermarkten Sie das Haus?
Mittels Internet und unseren Prospekten. Auf der ITB in Berlin bekommen wir dann das erste offizielle Zertifikat vom TÜV für elektrosmogfreie Hotels überreicht.

Wie viele zusätzliche Logisnächte erwarten Sie?
Wir werden mehr Logiernächte haben davon bin ich überzeugt. Die Sensibilisierung für den Bereich Gesundheit ist zunehmend stärker. Der Gast möchte nicht nur ein gutes Ambiente sondern er möchte sich auch wohlfühlen.

Spüren Ihre Mitarbeitenden die nun elektrosmogfreie oder -arme Arbeitsplätze haben einen Einfluss auf ihr Wohlbefinden?
Ja. Einige klagten früher über Kopfschmerzen. Die sind nun verschwunden. Alle Mitarbeitenden sind begeistert.

Noch ist ein elektrosmogfreies Hotel ein Nischenprodukt.
Ihrer Ansicht nach ein erfolgreiches?
Davon bin ich überzeugt.

Sie werden sich also an einer Kooperation elektrosmogfreier Hotels beteiligen?
Ja, auf jeden Fall.

Erhoffen Sie sich davon ein neues Gästesegment?
Ich denke dass wir am Anfang die gleichen Gäste haben wie jetzt, das heisst Gäste ab 40. Ich glaube kaum, dass man damit junge Gäste ansprechen kann. Doch wir werden lukrative Gäste haben.

Das Romantikhotel Schloss Rheinfels
Das 4-sterne-superior-Hotel in St.Goar (D) positioniert sich als Wellness- und Tagungshotel, verfügt über 60 Zimmer und ist zu 68% ausgelastet. Hotelier Gerd Ripp (geb. 1957, verheiratet, 1 Kind) kam 1982 als Geschäftsführer zum Romantikhotel Schloss Rheinfels, seit März 2003 ist er zudem Besitzer des Hauses, zu dem sowohl die «Weisse Villa» für Tagungen als auch der 2004 eröffnete Neubau für Bankette gehören. Er hat schon viele Auszeichnungen entgegennehmen dürfen.
Zum Beispiel: 2002 und 2003 «Bestes Tagungshotel Deutschlands», 2004 Ehrenurkunde «10 Jahre Top Ten Seminarlocation», 2005 “Gastgeber des Jahres” sowie “Deutschlands bestes Eventhotel” 2006.

(Auszug aus hotel+tourismus revue, Nr.3, 19.01.2006, S.17, von Christine Künzler)

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